Europäischer Weinsektor alarmiert

20 Prozent Zoll auf Weinimporte in die USA beschlossen

Text: Alice Gundlach | Veröffentlicht: 03.04.2025


Ab der kommenden Woche werden die Weinverkäufe in die USA wohl deutlich einbrachen: US-Präsident Donald Trump hat verfügt, dass ab dem 9. April 20 Prozent an Zollgebühren auf bestimmte Einfuhren aus Europa erhoben werden – darunter auch Wein, Schaumwein und Spirituosen.

USA wichtigster Exportmarkt

Man verurteile den «Handelsstreit auf dem Rücken des Weinsektors scharf», schreibt dazu der Verband der Deutschen Weinexporteure (VDW) in einer Pressemitteilung., den «der amerikanische Weinmarkt ist mit Abstand der bedeutendste Markt für die europäischen und deutschen Weinexporteure.» Im Jahr 2024 waren die USA mit Weinimporten aus der EU im Wert von 4,88 Milliarden Euro weiterhin der grösste Exportmarkt für EU-Weine. Die Ausfuhren in die USA machten 28 Prozent des Gesamtwerts der EU-Weinexporte aus.

Verlieren werden beide Seiten

«Durch die Strafzölle wird es erneut zu einem Einbruch im Exportgeschäft für unsere Weinunternehmen kommen. Zölle in dieser Höhe können nicht an den Konsumenten weitergegeben werden», führt der VDW-Vorsitzende Gerhard Brauer aus. «Aber auch für die USA werden Investitionstops, Preiserhöhungen und eine damit verbundene höhere Inflation die Folge sein. Europäische Weine ins Visier zu nehmen, wird auf beiden Seiten des Atlantiks nur Verlierer hervorbringen.» Der Verband fordert Massnahmen, den Handelsstreit zu entschärfen.

EU plant Vergeltung

Als Reaktion auf diese Zölle äusserte sich die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sehr besorgt und nannte den Schritt einen «schweren Schlag» für die Weltwirtschaft. Sie bekräftigte die Bereitschaft der EU zu Verhandlungen, bestätigte aber auch, dass Gegenmassnahmen in Vorbereitung seien.

Solidarität mit US-Weingütern

Der VDW fordert jedoch, dass US-Weine aus der EU-Liste von Produkten, die mit Vergeltungszöllen belegt werden könnten, gestrichen werden. Der Verband erklärte dazu, die Weinsektoren der EU und der USA arbeiteten seit Jahren eng zusammen und unterstützten nachdrücklich offene Märkte für Wein.

Kanadische Händler boykottieren US-Wein

Die US-Weinhersteller leiden derzeit ebenfalls an anderer Stelle unter Einbussen im Export. Als Reaktion auf die Ankündigung der Trump-Administration, Kanada «annektieren» zu wollen, nahmen viele kanadische Supermärkte und Händler US-Produkte aus den Verkaufsregalen, darunter auch Wein. Kanada ist wiederum der wichtigste Exportmarkt für US-Weine.

 

 

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